Dienstag, 23. September 2008
Verabschieden

Ich musste mich damit abfinden, dem Rat der Tierärztin zu folgen, und die Zuckerschnute über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen.
Sie wollte nach wie vor nichts fressen (die fünf Häppchen von Samstag waren eine Ausnahme), hat sich nach wie vor nur im Keller verkrochen ... mit leerem, müden Blick.
Aus einem geselligen, eigenwilligen Tier ist ein apathisches Fellbündel geworden.

Der Entschluss ist gestern - nach dem Tierarztbesuch gefallen - mit der Bitte, die Tierärztin möge am nächsten Tag (also heute) zu uns nach Hause kommen, um die Spritze zu setzen. Die Vorstellung, die Miez verbringt ihre letzten Momente in dieser ungewohnten und ungeliebten Umgebung, hätte ich nicht ertragen.

Den gestrigen Abend und auch die Nacht habe ich bis 5 Uhr in der Früh bei ihr im Keller verbracht ... habe mich innerlich von ihr verabschiedet.
Dann rief das Bett mit aller Gewalt - ich brachte es aber nicht fertig, sie dort unten allein zu lassen ... an ihrem letzten Abend.
Also nahm ich sie mit nach oben in Bett - und sie blieb zu meinem Erstaunen dort liegen (alle voran gegangenen Versuche sind damit geendet, das sie sich wieder im Keller verkroch .. obwohl sie es doch immer so geliebt hat, mit im Bett zu liegen).

Sie lag an mein Bein gekuschelt da ... und nach eienr Weile setzte sie sich auf und sah mich an.
Da war etwas in ihrem Blick, das nichts mit Apathie zu tun hatte.
Sie wollte mir was sagen.
Ich probierte es mit Futter ... und sie fraß. Nicht viel, nur einen Esslöffel voll ... aber sie fraß.

Dann legte sie sich unter das Bett und schlief dort.
Heute morgen weckte sie mich, indem sie auf meinen Bauch kleterte (es war JEDEN Morgen ihr Ritual, auf meinem Bauch zu hopsen und dann aus meiner Hand Trockenfutter zu fressen).
Ich griff nach der Futterdose ... und sie fraß 10 Stückchen Trockenfutter.

Mit einem Mal diese kleinen, positiven Schritte ... und das, nachdem ich mich dazu durchgerungen hatte ...
Ein Zeichen?
Ein letztes Aufbäumen?
Der Weg zur Besserung?
Ich weiß es nicht.
Auf keinen Fall bringe ich es nun übers Herz, an meinem Entschluss fest zu halten ...


HCM Die "Hypertrophe Kardiomyopathie" ( engl. „hypertrophic cardiomyopathy“ = HCM) ist eine Verdickung des Herzmuskels. Die Muskulatur des Herzens wächst in den Kammerinnenraum, die Pumpleistung des Herzens wird beeinträchtigt. In fortgeschrittenem Stadium führen diese Veränderungen zu tödlicher Erkrankung des Tieres oder zum plötzlichen Tod durch allgemeines Herz­versagen oder Thrombosen.
Symptome: Atemnot, Appetitlosigkeit, Flüssigkeitsansammlungen in Brustkorb und/oder Lungen. Auch Bewegungsunlust oder Lähmungen können als Folge verringerter Durchblutung oder der schon erwähnten Thrombosen auftreten.

Eine Behandlung, die Lebenschancen und Lebensqualität deutlich verbessert, gibt es nicht. Zur Linderung der Beschwerden können Medikamente verabreicht werden, die die Herzfrequenz vermindern, sowie Aspirin als Thromboseprophylaxe.

Wie und wie lange eine Katze mit HCM weiter leben kann, hängt vom Fortschritt der Erkrankung, evtl. auftretenden Komplikationen und vor allem vom Wirken der verabreichten Medikamente ab. Unbestritten ist aber auch, dass HCM nicht geheilt werden kann.

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Samstag, 20. September 2008
Mit viel Geduld ...

... Liebe und Zureden habe ich es geschafft, das Frau Miez 5 winzige Happen zu sich genommen hat.
Ansonsten verkriecht sich mein Herzblatt, das stets bei mir im Bett oder in der Nähe lag, weiterhin im Keller (dabei gibt es so gemütliche Ecken bei uns im Haus).
Ihr ist alles zuviel. Aber sie hat ein klitzekleines Bisschen gefressen.
Ob ich hoffen darf?
Herrje ... wann spüre ich, ob das Leben für sie nur noch Qual oder doch noch ein Stück lebenswert ist?
Sie schnurrt, wenn ich mich zu ihr in den Keller setze (habe es ihr dort mit Decken, Kissen und einem Katzeniglu gemütlich genacht). Ich weiß, Katzen schnurren nicht nur NUR aus Wohlbehagen sondern
auch leidende und sterbende Katzen schnurren oft.
Dennoch bilde ich mir ein, sie freut sich, wenn ich mich oft Stundenlang zu ihr geselle ...

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Freitag, 19. September 2008
gloomy friday

Heute fragte die Tierärztin (ich muss mit Miez jeden Tag hin) : "Wollen wir es wirklich weiter probieren?"
Ich nickte ... mit Tränen in den Augen ... presste dann: "Ich weiß, das ist egoistisch ... aber ..." hervor.
Sie sagte:"Ich kann das verstehen. Wenn sie aber bis zum Wochenanfang weiterhin nichts frisst, lassen sie sie gehen."

Eine weitere Spritze (Entwässerung der Lunge), ein Mittel zur Senkung des Blutdrucks und etwas zum Appetitanregen.
Eine Nachbarin meinte vorhin: "Das kostet doch jede Menge Geld. Ich würde sie einschläfern lassen." Meine Empörung ist nicht in Worte zu fassen!
Akute Atemnot besteht nicht mehr. Aber erschwerte Atmung, bei jeder Bewegung.
Morgern erneut hin.

Der traurige Vorsatz, sie gehen zu lassen, wenn es nicht besser wird, tut weh. Verdammt weh.
Aber ich werde es tun ...
Bitte Daumen drücken!

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Donnerstag, 18. September 2008
Sprachlos!

Wird es ein Wiederlesen geben?
Wenn ja, bitte ich um Spuren-legen per Mail ;-)
Solche Idioten haben aber auch immer noch ein As im Ärmel :-(

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Ein bisschen ...

... Bohren, durch die Zahnärztin meines Vertrauens, wurde zur Wurzelbehandlung.
Vorher tat der Backenzahn nicht weh (trotz leichter Karies). Jetzt tut er höllisch weh.
Aber was ist das schon gegen die Sorge um die Miez ...

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Mittwoch, 17. September 2008
Sorge um ...

... eine unserer Katzendamen.

Gestern bemerkte ich Atemnot bei ihr. Kein Schnupfen, kein Husten, keine tränenden Augen. Nur diese grauenvolle Atemnot.
Habe sie mir in der Früh gepackt (das arme Tier... mit Atemnot in so eine Transportbox ... aber was blieb mir übrig..?) und bin zum Tierarzt.
Sie wurde geröngt und es wurde eine Verdickung des Herzmuskels (HCM) und Wasser - sowohl in der Lunge als auch im Bauchraum - festgestellt.Die inneren Organe werden nun durch das Wasser alle "verdrängt" ... die Lunge hat kaum Platz ... deshalb die Atemnot.

Sie bekommt nun entwässernde Spritzen und entsprechende Medikamente und mir wurde gesagt, sollten die nicht ausreichend anschlagen, muss ich mit ihr den lezten Weg gehen, da das Leben für sie ansonsten die reinste Qual wird.

Bin fix und fertig ...

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